TRAUNKREIS VET CLINIC - Zentrale Ried im Traunkreis

Distanzinjektion und Tierimmobilisation

Einsatzgebiete

Nicht nur in der Zoo- und Wildtierhaltung besteht Bedarf an der Distanzinjektion, auch in der Haus- und Heimtierhaltung kommt es immer wieder zu Situationen in denen tierschutzgerechtes Betäuben und Einfangen von Tieren notwendig  ist. Von der Weide ausgebrochene Rinder, in Panik geratene Pferde auf Straßen, aggressive Hunde oder Zoo- und Wildtiere in Gehegen sind nur einige der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten.
Neben der Applikation von Betäubungsmitteln (Distanzimmobilisation) können über die Distanzinjektion auch Medikamente zur Therapie verabreicht werden.
Das Einfangen oder die tierärztliche Behandlungen bei Rindern in Freilandhaltung und der mittlerweile vermehrt bei uns gehaltenen exotischeren Tierarten wie z.B. Laufvögel oder Känguruhs sind nicht ungefährlich. Hier kann ein Narkosegewehr Abhilfe schaffen, es minimiert Verletzungsrisiko und Stress für Mensch und Tier.

Equipment:



Blasrohr: Model BLOW 180 (Rôken)
Für die schonende Distanzinjektion und -immobilisation bei Entfernungen bis 15 Meter. Das Blasrohr lässt sich in zwei Teile zerlegen und ist daher auch bei beengten Platzverhältnissen wie z.B. in Wohnungen optimal einsetzbar.

Narkosegewehr: Dan-Inject JM Special 25
Der lange gezogene Lauf ermöglicht präzise Treffer auf eine Distanz von bis zu 60 m. Für Schüsse aus Fahrzeugen, in Gebäuden oder bei beengten Verhältnissen lässt sich das JM-Special verkürzen und ist dann noch auf eine Distanz von bis zu 20 m treffsicher. Die Verwendung von CO­2 als Treibmittel ermöglicht ein fast geräuschloses Arbeiten, wodurch die Beunruhigung von Tieren auf ein Minimum reduziert wird.

Zielfernrohr: Burris Laserscope
Durch den im Zielfernrohr integrierten Entfernungsmesser lässt sich die Distanz rasch und genau ermitteln ohne zwischen Narkosegewehr und Entfernungsmesser wechseln zu müssen. Dies ist vor allem bei der Immobilisation von Wildtieren von Vorteil, da unnötige Körperbewegungen wegfallen und sich die Zeitspanne von der Messung bis zur Immobilisation verkürzt.

Spritzen: Dan-Inject Mehrwegspritzen mit 1,5 bis 10 ml Fassungsvermögen
Je nach Tierart werden Spritzen- und Nadelgröße individuell gewählt um eine größtmögliche Gewebeschonung gewährleisten zu können. Durch eine Luftdruckkammer im hinteren Teil der Spritze erfolgt nach dem Treffer eine schonende Injektion des Arzneimittels in den Tierkörper.

Praxisfall: Entlaufenes Rind
In den frühen Morgenstunden entkam das Rind bei der Entladung eines Viehtransporters. Alle Versuche, es mit einem Strick einzufangen, schlugen fehl und das Tier entfernte sich immer weiter vom Hof in Richtung Wald und Wiesen, was die Fangversuche zusätzlich erschwerte. Vor allem bewaldetes Gebiet, das dem Tier ausreichend Deckung gibt, hat eine nahezu unmögliche Rückführung des Tieres zur Folge. Als letzte Möglichkeit bleibt oft nur eine Erlegung durch den Jäger. Ein nicht unerheblicher Schaden für den Tierbesitzer. Hinweise von Personen und Anrainern, die das flüchtige Rind gesehen hatten, halfen es in einem kleinen Waldstück relativ rasch aufzufinden und durch einen gezielten Schuss aus dem Narkosegewehr zu betäuben. Anschließend wurde es verladen und zurück an seinen Bestimmungsort gebracht.Der rasche Einsatz des Narkosegewehres spart in solchen Fällen Zeit, Geld und schützt den Tierbesitzer vor unter Umständen großen finanziellen Schäden, die durch ein entlaufenes Tier verursacht werden können.



Schuss


Rind 5 Minuten nach erfolgter Distanzimmobilitation. Der rote Pfeil bezeichnet die Spritze